Rezension: Owen Sheers - I saw a man

Donnerstag, 7. Juli 2016
Eckdaten:
Titel: I saw a man
Originaltitel: I saw a man
Autor/in: Owen Sheers
Genre: Drama
Seitenzahl: 300
 Verlag: DVA
Preis: 19,99 € (Hardcover)
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Bewertung:
Bildergebnis für 3 sterne


Inhalt:    
Nach dem tragischen Tod seiner Frau Caroline, die als Journalistin bei einem Auslandsdreh in Afghanistan ums Leben gekommen ist, erträgt Michael es nicht länger im gemeinsamen Heim in Wales. In dem Versuch, ein neues Leben zu beginnen, zieht er nach London, wo er auf die Nelsons trifft: Josh, Samantha und ihre zwei Töchter wohnen im Haus nebenan, und aus einer Zufallsbekanntschaft wird schnell – allzu schnell? – eine intensive Freundschaft. Michael geht bei den Nelsons wie selbstverständlich ein und aus, bis er eines Samstagnachmittags ihre Hintertür halb offen stehend vorfindet. In dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt, betritt er das augenscheinlich leere Haus ... und setzt damit eine Folge von Ereignissen in Gang, die ihrer aller Leben schlagartig und auf immer verändern wird.


Meine Meinung: 
Als ich mir den Klappentext von "I saw a man" von Owen Sheers durchgelesen habe, dachte ich sofort: Wow, das ist auf jeden Fall ein Buch für mich! Die Geschichte klang vom Klappentext her spannend, nervenaufreibend und geheimnisvoll.
Leider musste ich aber allzu schnell feststellen, dass das Buch, dessen Klappentext einen so neugierig gemacht hat, alledem letztendlich kaum bis überhaupt nicht entspricht.
Die Geschichte beginnt zäh und schleppend. Uns wird der Protagonist Michael bekanntgemacht, der seine Frau Caroline vor einigen Jahren bei einem tragischen Unfall in Afghanistan verloren hat. Ebenfalls lernen wir die Familie Nelson kennen, mit der sich Michael nach dem Tod seiner Frau in London anfreundet.
Die eigentliche Haupthandlung stellt dar, wie Michael eines Tages das leerstehende Haus der Nelsons betritt und darin dann auf Erkundungstour geht. Auf seiner Tour findet er im Laufe der Zeit immer mehr Dinge über die Nelsons heraus.
Unterbrochen wird diese Erkundungstour jedoch immer wieder durch längere Erzählungen über Michaels Leben und das der Nelsons unterbrochen. Schön und gut, da man so ja viele weitere Hintergrundinformationen erhält. Leider sind diese Sequenzen jedoch entschieden zu lang, sodass die Spannung nicht oben gehalten wird, sondern immer weiter abflacht.
Ich habe mich nicht selten dabei erwischt, wie ich ganze Seiten einfach nur quergelesen habe, in der Hoffnung, dass mal wieder etwas Spannendes passiert. Vergeblich. War man als Leser dann wieder in der Haupterzählung angekommen, dauerte diese nicht lang, sodass man bald wieder in der langweiligen Nebenhandlung angekommen war.
In dieser Nebenhandlung werden viele unnötige Ereignisse geschildert und Personen vorgestellt, die die Geschichte an sich überhaupt nicht voranbringen und aus diesem Grunde vollkommen überflüssig waren.
Erst im letzten Drittel passiert die eine spannende Sache im Haus der Nelsons, die im Klappentext schon so stark angeteasert wurde.
Der Buchtitel "I saw a man" ist dabei noch nicht einmal irreführend, da er ziemlich genau widerspiegelt, was in dem Moment passiert, indem das Leben aller für immer verändert wird.
Doch leider ließ mich diese Sache, obwohl sie schlimm genug ist (ich verrate natürlich nichts ;-)), relativ kalt. Dies lag wahrscheinlich vor allem daran, dass ich zu keinem der Charaktere eine Beziehung aufbauen konnte.
Und auch der restliche Teil des Buches verlief leider ziemlich schleppend und unspannend. Natürlich hat es mich interessiert, wie Michaels Leben nun weiter verläuft, aber trotzdem erwischte ich mich dabei, die Lust am Buch verloren zu haben.


Fazit:
"I saw a man" ist leider absolut kein Thriller, so wie es der Klappentext definitiv andeuten ließ. Das Buch ist eher ein gewaltiges (Familien-)Drama, das durch lange und intensive Charakterbeschreibungen und ausschweifende Nebenerzählungen besticht. Es wurde definitiv eine tolle Geschichte in einem eindringlichen Szenario erzählt, leider wurden aber durch den Klappentext vorher falsche Hoffnungen geweckt. Ich hatte deshalb falsche Erwartungen an das Buch, die leider nicht erfüllt wurden.
Pluspunkte für das Buch gibt es jedoch für den tollen Schreibstil und die interessanten Charaktere.

Vielen Dank an den DVA Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares.

2,5-3 Sterne für "I saw a man"!




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