Sonntag, 24. Januar 2016

Rezension: Sabine Thiesler - Und draußen stirbt ein Vogel


Eckdaten:

Titel: Und draußen stirbt ein Vogel
Originaltitel: Und draußen stirbt ein Vogel
Autor/in: Sabine Thiesler
Genre: Thriller
Seitenzahl: 448
 Verlag: Heyne
Preis: 19,99 € (Hardcover)
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Bewertung:



Inhalt:   
 Hasserfüllt beobachtet er die Autorin Rina Kramer bei ihrer Lesung. Jedes Wort von ihr macht ihn wütend. Sie hat ihn bestohlen, hat seine Ideen und Gedanken geraubt. Er reist ihr nach, findet sie in ihrem idyllischen Landhaus in der Toskana und mietet sich bei ihr ein. Wie ein harmloser Urlauber, aber besessen davon, sie zu vernichten.
Rina ahnt nicht, was der eigentümliche Gast plant. Als sie endlich die Gefahr erkennt, ist es bereits zu spät.


Meine Meinung:
Ich bin ein unheimlich großer Fan der Autorin Sabine Thiesler. Alle ihre bisher erschienenen Bücher habe ich meistens binnen weniger Stunden verschlungen, sie raubten mir den Atem und ließen mich teilweise geschockt zurück.
Dementsprechend groß war die Freude auf ihr neues Werk "Und draußen stirbt ein Vogel". Der Klappentext klang gut und versprach ein weiteres, spannendes Abenteuer in der wunderschönen Toskana.
Der Einstieg in das Buch fiel leicht, der Leser lernt die Protagonistin Rina Kramer und ihr direktes Umfeld kennen und kann sich schnell ein ungefähres Bild von allen Personen machen. An dieser Stelle muss ich leider erwähnen, dass mir Rina leider ziemlich unsympathisch war - und ich weiß bis jetzt gar nicht, wieso. Doch leider kam ich mit ihrer Art nicht wirklich klar. Umso sympathischer waren mir manche Nebenpersonen, wie beispielsweise Fabian oder die Carabinieri.
Mit unserem zweiten Protagonisten Manuel, der ziemlich autistische Züge an den Tag legt, werden wir auch recht schnell bekanntgemacht. Typisch ist es natürlich bei Romanen von Sabine Thiesler, dass wir tief in die jeweilige Psyche des "Täters" blicken können und viele wichtige Abschnitte im Leben derjenigen ausführlich erzählt werden. So kommt es nicht gerade selten auch mal vor, dass man sogar Empathie und Mitgefühl für wirklich stark psychisch gestörte Menschen empfindet. Das Handeln kann dann einfach nachempfunden werden. So war es bisher in ihren Büchern.
Manuel wurde wieder sehr gut und detailliert beschrieben, der Charakter bekam wirklich Tiefe - anders als zum Beispiel meiner Meinung nach Rina Kramer.
Doch das Handeln von Manuel war mir persönlich, nachdem ich das Buch zugeklappt habe, überhaupt nicht nachvollziehbar. Es wurde leider auf keiner einzigen Seite erwähnt, wieso Manuel so handelt, was wirklich hinter der ganzen Sache steckt. Dies machte es dem Leser nicht leicht, Verständnis für das Handeln, sein merkwürdiges Handeln und seine Wutausbrüche aufzubringen.
Noch dazu kommt, dass es diverse Personen gab, denen wirklich viele Seiten im Buch geschenkt wurden, die aber die Handlung kaum vorantrieben. Immer wieder habe ich mich gefragt: Wozu ist diese Person gut? Wieso wird sie so ausführlich beschrieben? Könnte sie etwas mit der Sache zu tun haben? Dem war letztendlich jedoch nicht so, und ich kann nicht verstehen, wieso dann so ausführlich über sie berichtet wurde.
Positiv hervorheben möchte ich jedoch die wunderschönen Landschaftsbeschreibungen der Toskana, die auch typisch Thiesler sind. Ich habe das Buch im tiefsten Winter gelesen, fühlte mich jedoch aufgrund der tollen Beschreibungen in die brütend heiße Toskana versetzt.
Ebenfalls ließ sich das Buch superschnell lesen, was vor allem an den relativ kurzen Kapiteln und der einfachen Sprache liegt. Ich hatte es innerhalb eines Tages durch. Durch die wechselnden Erzählsichten und den Cliffhangern am Ende jedes Kapitels blieb man bei der Stange, wollte wissen, wie es weitergeht.


Fazit: 
Die schönen Landschaftsbeschreibungen, die kurzen Kapitel und die einfache Sprache machen das Buch sehr lesenswert. Unser Protagonist Manuel wird wunderbar lebendig beschrieben, die Autorin Rina Kramer blieb mir leider das gesamte Buch über ziemlich unsympathisch. Das eigentliche Ende kam mir persönlich zu schnell, ebenfalls wurde mit keiner Seite erwähnt, welche Beweggründe Manuel hatte, so zu handeln sie er gehandelt hat. Leider schade - Thiesler kann es definitiv besser!
Trotzdem lesenswert, um sich mal ein paar Stunden Auszeit zu gönnen und in den heißen toskanischen Sommer einzutauchen.


Ich danke dem Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!

3 Sterne für "Und draußen stirbt ein Vogel"!

1 Kommentar:

  1. Hallo Laura,

    schöne Rezension. Ich war leider auch nicht so wirklich glücklich mit dem Ende und den Motiven.

    Liebe Grüße
    Michael

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