Rezension: Charlotte Link - Die Betrogene

Mittwoch, 11. November 2015

Eckdaten:

Titel: Die Betrogene
Originaltitel: Die Betrogene
Autor/in: Charlotte Link
Genre: Kriminalroman
Seitenzahl: 640
 Verlag: blanvalet
Preis: 9,99 € (Broschiert)
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Bewertung: 

 

Inhalt: 

Um ein glückliches Leben betrogen – so fühlt sich Kate Linville, Polizistin bei Scotland Yard. Kontaktscheu und einsam, gibt es nur einen Menschen, den sie liebt: ihren Vater. Als dieser in seinem Haus grausam ermordet wird, verliert Kate ihren letzten Halt. Da sie dem alkoholkranken Ermittler vor Ort nicht traut, macht sie sich selbst auf die Spur dieses mysteriösen Verbrechens. Und entlarvt die Vergangenheit ihres Vaters als Trugbild, denn er war nicht der, für den sie ihn hielt.

Meine Meinung:

Endlich ein neuer Roman von Charlotte Link! Das dachte ich mir als erstes, als ich auf "Die Betrogene" aufmerksam wurde. Mal ganz abgesehen von diesem wunderschönen Cover (wer hätte es auch anders erwartet?!) klang auch der Klappentext mal wieder sehr verlockend. 
Wie wir es von Frau Link gewohnt sind, fällt der Einstieg in das Buch wieder einmal sehr leicht. Man fällt als Leser direkt mittendrin in das Geschehen und kommt so schnell erstmal nicht mehr vom Buch weg. 
Der Schreibstil ist wie gewohnt sehr flüssig und einfach, die relativ kurzen Kapitel mit den sich jeweils ändernden Erzählern sorgen für eine gelungene Abwechslung.
Sehr typisch ist außerdem für jeden Roman von Link, wie eben schon erwähnt, viele unterschiedene Sichtweisen, Protagonisten und Handlungsstränge, die gegen Ende alle logisch zusammengeführt und vernetzt werden.
So lernen wir als Leser zum Beispiel die Polizistin Kate Linville kennen, die gemeinsam mit dem Detective Caleb Hale in dem Kriminalfall rund um ihren grausam vermorderten Vater ermittelt. Im Laufe der Geschichte tauchen Schritt für Schritt weitere Mordopfer auf, die alle in gewisser Weise mit Kates Vater verbunden sind.
Auf der anderen Seite wird die Geschichte rund um den Drehbuchautor Jonas Crane und seiner Familie erzählt. Jonas Crane sucht, um einem drohenden Burn-Out zu entgehen, die Abgeschiedenheit eines abgelegenen Anwesens im Hochmoor sucht. 
Die beiden voneinander unabhängigen Handlungsstränge werden in dem Sinne dann miteinander vernetzt, indem der vermutliche Mörder von Kates Vater eine abgeschiedene Zuflucht sucht und damit die Familie Crane in Gefahr bringt.
Während das Buch, das muss ich ehrlicherweise zugeben, gerade zu Beginn und in der Mitte leider ziemlich an Spannung schwächelt, machen dies die intensiven, farbigen Charakterbeschreibungen und die ebenfalls sehr detailreichen Landschaftsbeschreibungen dies größtenteils wieder wett (dafür hat Charlotte Link wirklich ein Talent, das ist unumstritten!).
Genervt hat irgendwann aber schon, dass alles so extrem ausführlich beschrieben wurde. So nahm die Geschichte einfach nicht genug an Fahrt auf und plätscherte, ebenso wie die Ermittlungen, so vor sich hin. 
Erst ab den letzten 100 Seiten wurde die Geschichte rund um Kate und die Familie Crane dann nochmal so richtig spannend. Die eigentliche Auflösung hatte ich so zwar nicht kommen sehen, fand ich dann letztendlich aber doch ziemlich schnell abgewickelt und teilweise auch an den Haaren herbeigezogen, was sehr schade war.


Fazit:

  "Die Betrogene" lebt mal wieder von gut ausgearbeiteten, tiefgründigen Charakteren, die dem Buch definitiv eine gewisse Tiefe geben. Leider zieht sich das Buch aber ziemlich hin und wird erst im letzten Sechstel so richtig spannend, vorher plätschert die Geschichte nur so vor sich hin und es passiert nicht wirklich etwas.
Die Auflösung des Falles war für mich leider zu sehr an den Haaren herbeigezogen und kam für mich persönlich zu schnell, was das Ganze einfach sehr unrealistisch machte.
Trotzdem ist das Buch für alle Krimi-Liebhaber auf jeden Fall zu empfehlen und verspricht definitiv Unterhaltung, gehört aber nicht zu den besten Romanen von der Autorin.

Herzlichen Dank an den blanvalet-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

Ich gebe "Die Betrogene" 3,5 von 5 Sterne.

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