Rezension: Markus Zusak - Die Bücherdiebin

Donnerstag, 25. Juni 2015
Laura @zeilenverliebt on Instagram photo 01/01/1970 00:00

Eckdaten:

Titel: Die Bücherdiebin
Originaltitel: The book thief
Autor/in: Markus Zusak
Genre: Drama
Seitenzahl: 588
 Verlag: Blanvalet
Preis: 19,95 € (Gebundene Ausgabe)
9,99 € (Taschenbuch)
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Inhalt:

1939, Nazideutschland. Liesel lebt bei Pflegeeltern in der Himmelstraße in Molching. Sie sieht die Juden nach Dachau ziehen. Sie erlebt die Bombennächte über München. Und überlebt: weil der Tod sie in sein Herz geschlossen hat. Sie – und die Menschen aus der Himmelstraße.

Molching bei München. Hans und Rosa Hubermann nehmen die kleine Liesel Meminger bei sich auf – für eine bescheidene Beihilfe, die ihnen die ersten Kriegsjahre kaum erträglicher macht. Für Liesel jedoch bricht eine Zeit voller Hoffnung, voll schieren Glücks an – in dem Augenblick, als sie zu stehlen beginnt. Anfangs ist es nur ein Buch, das im Schnee liegen geblieben ist. Dann eines, das sie aus dem Feuer rettet.

Eine Diebin zu beherbergen, wäre halb so wild, sind die Zeiten doch ohnehin barbarischer denn je. Doch eines Tages betritt ein jüdischer Faustkämpfer die Küche der Hubermanns …

Meine Meinung:

Auf dieses Buch wurde ich neugierig, nachdem so viele davon schwärmten und auch die Verfilmung zum Buch (kam 2014 ins Kino) sehr gut ankam und durchweg positive Kritiken bekam.
Aufgrund der überwiegend positiven Stimmen zum Buch hatte ich natürlich hohe Erwartungen, und ich wurde auch nicht enttäuscht. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich am Anfang ungefähr 40 Seiten brauchte, um so richtig in die Geschichte hineinzukommen. Der Schreibstil ist schon ein wenig außergewöhnlich, ebenso wie die Gestaltung der einzelnen Seiten im Buch. So lassen sich zum Beispiel sehr viele liebevolle Zeichnungen finden.
 Man muss sich halt erstmal auch daran gewöhnen, dass die Geschichte vom Tod selbst erzählt wird. Dies war für mich, genau wie für viele andere bestimmt auch, am Anfang etwas ungewohnt. Ab Seite 50 ungefähr war ich jedoch vollends von der Geschichte gefangen genommen und konnte mich kaum noch losreißen.
Das Buch hinterlässt beim Leser eine ganz eigene Stimmung. Markus Zusak hat ein unglaubliches Erzähltalent. Jede der Beschreibungen im Buch brannte sich mir sofort in mein Gedächtnis, ebenso wie jede Charakterbeschreibung.
Jeder einzelne Charakter wurde mit unglaublich viel Gefühl und Liebe beschrieben. Die beiden Hauptprotagonisten, die Kinder Liesel Meminger und Rudi Steiner, schloss ich gleich am Anfang in mein Herz. Dies hatte zur Folge, dass ich extrem mit ihnen mitfühlte und sich mir, nachdem Rudi etwas sehr schlimmes passierte, zum Beispiel auch eine große Wut aufbaute. Es ist mir bisher selten passiert, dass ich so sehr mit Charakteren aus einem Buch mitgefühlt habe.
Die Zeit des Krieges wird mit einer ganz eigenen Erzählweise erzählt. Man spürt sofort die leicht düstere, bedrückende Atmosphäre, die zu dieser Zeit herrschte, aber auch die ungezwungene, leichte Kindheit von Liesel, nachdem sie sich in ihrer neuen Familie eingelebt hat.
Natürlich hat man auch in diesem Buch Charaktere, die einem sympathisch sind, und welche, die man nicht so mag. Doch mit der Zeit, nachdem man das Gefühl hat, schon fast selbst in Molching zu leben, weil man so sehr in der Geschichte drin ist und die ganzen Leute dort in sein Herz geschlossen hat, entwickelt man auch für die unsympathischsten Charaktere Empathie und ein gewisses Mitgefühl.
Man merkt, dass Markus Zusak für dieses Buch sehr viel recherchiert hat. Er kennt sich gut aus mit der Judenverfolgung und hat diese auch in seine Geschichte miteingebaut, ebenso wie kleinstes Detailwissen über Deutschland 1939-1945.
Ich flog nur so über die Seiten hinweg und war ganz angetan von Liesels kleiner Welt, die da so wunderschön, fast poetisch vom Tod erzählt wird. Ich war wirklich traurig, als sich das Ende näherte, ich wollte die Charaktere einfach nicht gehen lassen.
Irgendwie hatte ich schon mit diesem Ende gerechnet, doch als es dann wirklich passierte, konnte ich einfach nicht mehr. Ich habe so geheult wie noch nie bei einem Buch und auch weiterhin, als ich das Buch schon längst ausgelesen hatte. Auch Tage danach musste ich noch an das Buch denken und immer wieder an diese wundervolle, wenn auch sehr traurige Geschichte denken.

 

Fazit:

 Ich bin von der "Bücherdiebin" einfach nur begeistert. Markus Zusak hat für mich persönlich ein Stück Weltliteratur geschrieben, das jeder gelesen haben sollte. "Die Bücherdiebin" überzeugt mit einer wundervollen, liebevoll erzählten Geschichte einer unbeschwerten, aber doch betrübten Kindheit in einer sehr schweren Zeit, in der nicht alles so einfach ist. 
Positiv überrascht war ich von der sehr guten Recherche des Autors und seiner Fähigkeit, sehr bildlich und poetisch zu erzählen.
Das Buch löste in mir Gefühle aus, wie ich es wirklich selten bei einem Buch erlebt habe.
Klare Kaufempfehlung!

Ich gebe "Die Bücherdiebin" 5 von 5 Sternen.

 

1 Kommentar

  1. Ich lieeeebe die Bücherdieben einfach :) Es ist sooo schön geschrieben man lässt sich einfach rein fallen und man schlüpft in eine neue Welt.
    LG
    Mandy (mein-buecherchaos.blogspot.de)

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